Aigen am Inn (ca. 8 km)

 
 

Der zur Gemeinde Bad Füssing gehörende Ort bietet eines der zahlreichen Beispiele spätgotischer Architektur am Inn. Neben der katholischen Pfarrkirche St. Stephan aus dem späten 15. Jahrhundert ist vor allem die Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt zu St. Leonhard (Vollendung um 1500), deren Westturm bereits aus weiter Ferne sichtbar ist, Ziel so mancher Besucher in Aigen. 

 


Bad Füssing - Kur, Therme, Bayern

 

Die Besonderheit dieses Baues liegt in der zweischiffig konstruierten Hallenanlage. Wahrscheinlich zeichnet für dieses Werk die Burghausener Bauhütte verantwortlich, die bis ins Rottal nach Pfarrkirchen und Eggenfelden prägend war. Auffallend ist die regelmäßige Gewölbefiguration aus diagonal laufenden Parallel- und Gurtbogenrippen. Im Gegensatz zur gotischen Architektur stehen die barockisierten Altäre.  

Einen weiteren Anlass zum Besuch in Aigen bietet der alljährliche Anfang November stattfindende Leonhardiritt als Beispiel altbayerischer Frömmigkeit und Brauchtumspflege (Leonhardiritt). Ergänzend dazu gibt es in Aigen ein eigens zur Geschichte der Leonhardi-Wallfahrt eingerichtetes Museum. Es zeigt zahlreiche Votiv- und Opfergaben aus Wachs und Eisen sowie historische Darstellungen und Funde.  www.leonhardimuseum.de 

Innerhalb der niederbayerischen Orgellandschaft erweist sich Aigen mit seinem noch erhaltenen Freundtschen Orgelprospekt in der Leonhardskirche als erwähnenswert. Im 17. Jahrhundert war neben Straubing, Landshut und Burghausen vor allem auch Passau eine wichtige Stätte des Orgelbaus. Mit diesem Handwerk verbindet man Namen wie Andreas und Jakob Putz, Leopold Freundt und Georg Paur sowie die Familie Egedacher (Egedacher).