Heiligenstadt (ca. 75 km)

 

Zu einer der  bedeutendsten Dorfkirchen des Landkreises Rottal-Inn gehört die Wallfahrtskirche St. Salvator in Heiligenstadt bei Ganghofen. Der sich heute präsentierende barocke Bau hat mehrere Epochen erlebt. Reste einer dreischiffigen Basilika aus der Romantik haben sich in der Westmauer und im Turmunterteil erhalten. In gotischer Zeit wurden der Chor und der Turm ausgebaut und die Vorhalle gefüllt. 1740 errichtete man ein schmäleres einschiffiges Langhaus und barockisierte auch den Chor.

 


Bad Füssing - Kur, Therme, Bayern

 

Interessant ist die noch vorhandene spätgotische Westvorhalle, deren Breite noch die des ursprünglichen spätromanischen Langhauses umfasst. Höhepunkt der Kirche ist der hervorragend gearbeitete gotische Hochaltar von 1480, ein Werk der Landshuter Schule, das Heinrich Helmschrot zugeschrieben wird. Es handelt sich um einen dreiteiligen Flügelaltar, in dessen reich geschnitztem Mittelteil ein vollplastischer Christus als Weltenrichter (Pantokrator), umgeben von musizierenden Engeln, thront. Dieses Gnadenbild Christi, sowie der unter dem Altar sprudelnde Brunnen, waren lange Zeit Ziel der Wallfahrt. Die Reliefs an den Flügeln zeigen Szenen aus dem Leben Mariens und Christi. Die Rückseite des Altars schmücken gemalte Darstellungen, darunter das Jüngste Gericht, das Veronikabild mit dem Schweißtuch Christi und der Datierung 1480 sowie verschiedene Heiligenfiguren. Bei geschlossenen Altarflügeln präsentieren sich dem Gemeinderaum Tafelgemälde mit Szenen der Passion Christi. Über die Jahrhunderte hinweg erfolgten jedoch mehrere Restaurierungen, die in einer vollflächigen Übermalung der Tafelbilder im Jah 1871 gipfelten. Das Resultat der Freilegungsarbeiten, mit denen man 1994 begann, ist, dass man ungefähr die Hälfte der spätgotischen Malschicht zurückgewann. Unter den noch erhalten gebliebenen Schnitzaltären des Landshuter Raumes ist der Heiligenstädter Altar der Älteste.