Karpfham (ca. 14 km)

 

Unweit von Bad Griesbach befindet sich Karpfham, einer der ältesten Orte des unteren Inntals, der zum ersten Male im Jahr 903 urkundlich erwähnt wird. Mit seiner Pfarrkirche Maria Himmelfahrt bietet der Ort ein weiteres gebietstypisches Beispiel spätgotischer Baukunst. Der in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtete Bau wirkt auf den ersten Anblick schlicht, lediglich der wuchtige Turm aus dem 13. Jahrhundert fällt sofort ins Auge.

 


Bad Füssing - Kur, Therme, Bayern

 

Dem genaueren Betrachter bleiben die reichen, gut erhaltenen Fenstermaßwerke nicht verborgen. Der Innenraum beeindruckt den Besucher durch sein gewaltig erscheinendes Ausmaß, woran die besondere Architektur des Gewölbes nicht unwesentlich Anteil hat. Es handelt sich dabei um ein kunstvoll gefügtes Netzrippengewölbe, was auf einen geschulten Baumeister schließen lässt. Dieser oder genauer gesagt diese sind wahrscheinlich in den Reihen des Burghausener Kreises zu suchen. Vermutlich handelt es sich um Hans Wechselberger aus Burghausen und Michael Sallinger aus Pfarrkirchen. Durch die Freilegung der spätgotischen Deckenmalerei mit figürlichen und floralen Motiven in fein abgewogener, unaufdringlicher Farbigkeit gab man dem Innenleben der Kirche ihren ursprünglichen Glanz zurück. Die weitere Einrichtung wie z.B. die Altäre, die Kanzel etc. sind der Neogotik zuzuordnen. Die wohl wertvollste und kunstgeschichtlich interessanteste Skulptur, der harfenspielende König David über dem Südportal, stammt aus der Werkstatt des Griesbacher Bildhauers Wenzel Jorhan (JORHAN). Bekannt ist Karpfham auch für sein alljährlich stattfindendes Volksfest, welches zu den größten Niederbayerns gehört sowie für seine Flohmärkte.