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Auf diesen rechtlichen Status geht auch ebendiese Sonderstellung in der bayerischen Reformationsgeschichte zurück, die es dem Grafen Joachim von Ortenburg erlaubte, in seinem Gebiet 1563-1566 die Augsburger Konfession einzuführen. Die mittelalterliche Schlossanlage wurde im Landshuter Erbfolgekrieg zerstört. Beim Wiederaufbau unter Graf Joachim wurde die Burg in ein Renaissance-Schloß umgewandelt. Ein langgestreckter, unregelmäßiger Bau, bei dem schmale Trakte die beiden Kopfbauten verbinden, gliedert sich um einen trapezförmig angelegten Innenhof. Diesen schmücken doppelgeschossige Laubengänge, gemalte Wappen sowie Fensterumrahmungen mit Hermenpilastern, Rollwerk und Bildnismedaillons. Den Höhepunkt eines Besuches in Ortenburg bildet sicherlich die Schlosskapelle im Südflügel mit ihren prunkvollen Schreinerarbeiten. Der wohl ursprünglich für profane Zwecke konzipierte Raum wurde bereits bald nach der Fertigstellung um 1600 sakral genutzt. Neben den in den Saal vorgezogenen Portalen wird vor allem die Kassettendecke zum ersten Blickfang. Dieses Meisterwerk der Spätrenaissance, dessen Künstler unbekannt ist, ragt durch seine Vielförmigkeit und großartige farbliche Abstufung in der Verwendung fünf unterschiedlicher Holzarten heraus. Ein stillistischer Vergleich weist auf einen möglichen Zusammenhang mit der Augsburger Werkstatt des Wendel Dietrich hin. Die West- bzw. Südflügel des Schlosses beinhalten ein liebevoll eingerichtetes Heimatmuseum, das in den Sommermonaten täglich von 10 - 18 Uhr besucht werden kann. Die Räume im Nord und Osttrakt sind Privatbesitz. Weitere Besichtigungspunkte in Ortenburg sind die spätgotische evangelisch-lutherische Pfarrkirche mit Grabdenkmälern im Chor aus der Spätrenaissance und dem Barock. Diese Kirche war ursprünglich Filiale der benachbarten Pfarrei Steinkirchen. Der dort zu besichtigende ebenfalls spätgotische Bau weist noch Wandmalereien aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert auf. Zu den Freizeiteinrichtungen des Marktes zählen der Wildpark, der sich als herrliche Parklandschaft rund um das Schloß erstreckt sowie der Vogelpark Irgenöd, der über 200 Vogelarten aus allen Erdteilen beherbergt. |