|
1858 zogen die Englischen Fräulein in die Klostergründe ein. Die heutige Pfarrkirche St. Margaretha wurde nach den Plänen Johann Michael Fischers errichtet (FISCHER). Das Schema einer Wandpfeilerkirche mit Emporen hat sich noch erhalten. Man kann jedoch eine Dynamisierung der einzelnen Architekturglieder erkennen, wie dies beispielsweise der homogene Übergang von Langhaus zum Chorhaus, der ovale Grundriss der Seitenkapellen oder das Vorschwingen der Emporen zeigen. Ziel war eine Zentrierung des Langhauses. Diese Absicht wird ebenfalls in den von Cosmos Damian Asam ausgeführten Deckenmalereien aufgegriffen (C. D. ASAM). Wie in Aldersbach beherrscht ein großes, jochübergreifendes Fresko die Langhausdecke. Eine Weiterentwicklung erfolgte in dem Sinne, dass sich die Figuren im Bild am Freskorand auf einem Bodenstreifen befinden und eine durchlaufende Erzählung bilden. So zeigt das Hauptfresko Stationen aus dem Leben des Ordensgründers, der mittlere Teil mit der göttlichen Glorie gibt den Ausblick in den Himmel frei. Im Chorraum erscheint wie in Aldersbach eine illusionistisch gemalte Kuppel, ähnlich der Kuppel des Andrea Pozzo in Sant´Ignazio in Rom. Besonders wichtig für Osterhofen sind auch die figuralplastischen Arbeiten Egid Quirin Asams, angeregt durch das römische Barock (E.O. ASAM). Vor allem der Hochaltar zeigt Verbindungen zu Berninis Baldachinaltar im Petersdom in Rom. Wohl kein anderer Kirchenraum Süddeutschlands zeigt so vielseitig eingesetzte Stukkaturen wie das Damenstift Osterhofen. Jährlich werden hier Konzerte der Festspiele Europäische Wochen Passau aufgeführt. |