Reichersberg (ca. 10 km)

 

Als einziges der ehemals zahlreichen Innklöster wie St. Nikola in Passau, Vornbach, Suben und Ranshofen kann das heute österreichische Kloster Reichersberg auf ein 900 Jahre ununterbrochenes Bestehen zurückblicken. 

 

Als Gründungsjahr nennt man 1084. Damals wandelte der edle und reiche Werenher nach dem frühen Tod seines einzigen Sohnes die Burg in ein Stift für Augustiner - Chorherren um.  

 


Bad Füssing - Kur, Therme, Bayern

 

Seit dem 17. Jahrhundert tragen die Stiftsgebäude sowie die Kirche barocke Züge. Ab 1688 baute Carlo Antonio Carlone den Südtrakt im großen Stiftshof mit den Pfeilerarkaden, hinter denen der Augustinisaal liegt (CARLONE). Dann folgte das Sommerrefektorium mit dem Brunnenraum. Die Kirche verdankte ihre malerische Ausstattung im wesentlichen dem Münchener Maler Christian Wink (WINK). Das Deckenfresko im Sommer - oder Augustinisaal wurden von den Malern Johann Eustachius Kendlbacher und Benedikt Albrecht ausgeführt. Ein vierter bedeutender Münchener Maler, der kurfürstliche Hofmaler Johann Nepomuk Schöpf, wurde mit der Ausmalung der Bibliothek und des Bayerischen Saales beauftragt. Die prachtvolle Kanzel für das damals noch bayerische Kloster schuf der Bildhauer Josef Matthias Götz (GÖTZ). Den kräftigen Stuck im Sommerrefektorium sowie in dessen Vorraum schuf Giovanni Battista Carlone (CARLONE) mit seinen Helfern Paolo d`Allio (D `Allio) und Pietro Camuzzi (CAMUZZI). Die überaus kostbare Stuckdecke der Sakristei wird Franz Josef Ignaz Holzinger zugeschrieben (HOLZINGER). Reichersberg bietet, wie man sieht, ein Gesamtwerk vieler in diesem Landstrich tätigen Künstler. Der große Brunnen im Stifthof ist dem Schutzpatron des Klosters, St. Michael, gewidmet. Die Michaelsstatue aus Erz ist das Werk von Thomas Schwanthaler aus der Zeit von 1694 bis 1697. Durch die große Schwanthalerausstellung sowie die rege Kurs- und Seminartätigkeit hat sich Reichersberg als religiöses und kulturelles Zentrum weithin einen Namen gemacht.