Suben (ca. 22 km)

Das ehemalige Augustinerchorherrenstift Suben war eines der vielen Klöster, die sich im Mittelalter als Zentrum kirchlicher Kultur und kolonisatorischer Erschließung des Landes am Inn, dem großen Handels- und Verkehrsweg ansiedelten.  

 

Eine Verbindung zum ehemaligen Kloster Vornbach besteht darin, daß um die Mitte des 11. Jahrhunderts die damaligen Burgen Suben und Vornbach von den beiden Töchtern des Grafen Heinrich von Formbach, Tuta und Himiltrud, zu weltlichen Kollegiatstiften umgewandelt wurden. 



Bad Füssing - Kur, Therme, Bayern

 

Zu einer notwendigen wirtschaftlichen Grundlage verhalf dem Stift jedoch erst Bischof Altmann, der es um 1144 dem Salzburger Domkapitel unterstellte. Das Kirchenmodell auf dem Grabstein der Stifterin Tuta zeigt die Anlage der ersten Stiftskirche, nämlich eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit drei Ostapsiden. Von 1697 bis 1702 erfolgten Abbruch und Neubau der Stiftsgebäude. Die Räume schmücken Stukkaturen von Giovanni Pietro Camuzzi (CAMUZZI). Der interessante, in den Jahren 1766 bis 1770 unter der Leitung des Müncheners Simon Frey errichtete Kirchenbau, zeigt deutlich die spätbarocken Tendenzen des bayerischen, speziell Münchener Baumeisterkreises, geprägt durch den Einfluß von Johann Michael Fischer (FISCHER). Die Bestrebungen lagen darin, selbständige Raumkompartimente wie Chor, Haupt- und Emporenraum als einen rhythmisch unterteilten Gesamtraum wirken zu lassen. Die malerische Ausstattung der Kirche erfolgte durch den Tiroler Johann Jakob Zeiller (ZEILLER). Das meisterhaft ausgeführte Stuckwerk verrät die Hand Johann Baptist Modlers aus Kößlarn (MODLER). Einen umfangreichen Auftrag erhielten Josef Deutschmann und seine Werkstatt vom ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift Suben, das in engem Kontakt zu St. Nikola in Passau stand (DEUTSCHMANN). In der Zeit von 1768 - 1770 gestalteten sie den Hochaltar, die Seitenaltäre, die Kanzel, 16 Figuren sowie die Westempore, das Orgelgehäuse und das Chorgestühl. Diese Arbeiten gelten als Höhepunkt im Schaffen des gebürtigen Tiroler Künstlers. Nach dem preußisch-österreichischen Krieg 1778/1779 kam Suben zu Österreich und wurde 5 Jahre später im Zuge der kirchlichen Reform und der Kloster-Reduktion unter Kaiser Joseph II. aufgehoben. Seit 1855 ist das ehemalige Kloster eine Strafvollzugsanstalt.