Zell an der Pram (ca. 32 km)

 

Fährt man auf der österreichischen Fernstraße B 137 von Schärding nach Wels, sollte man die Ausfahrt Zell an der Pram nicht übersehen. Das heute stattliche Barockschloß, ursprünglich eine Wasserburg, war seit dem 17. Jahrhundert in Besitz der Grafen von Tattenbach-Rheinstein.  

Es wurde erstmals Anfang des 18. Jahrhunderts umgebaut. Den Südflügel ließ Josef Ferdinand von Tattenbach von 1760 bis 1774 nach Plänen des Münchener Hofarchitekten Franz de Cuvilliès d. J. neu erbauen (FRANZ DE CUVILLÈS).  


Bad Füssing - Kur, Therme, Bayern

 

Das Schloß wurde zu einem großzügigen Land- und Jagdsitz umgestaltet. Zur Gestaltung der Deckenfresken wurde Christian Wink beauftragt (WINK). Das Schloß wurde von der oberösterreichischen Landesregierung durch eine großzügige Restaurierung und den Umbau zu einem musischen Bildungszentrum mit Kursen für Musik, Malerei und verschiedene kunsthandwerkliche Fertigkeiten vor dem Verfall gerettet. Es lohnt sich auch, in Zell die Pfarrkirche zu besuchen. Es handelt sich hierbei um einen der schönsten kassizistischen Kirchenbauten des bayerisch-österreichischen Raumes. Der Bau, den ebenfalls Franz de Cuvilliès d. J. entwarf, wurde zwischen 1771 und 1777 ausgeführt (FRANZ DE CUVILLÈS). Beachtenswert ist in der Kirche eine hervorragend gearbeitete Maria mit Kind auf dem linken Seitenaltar, die der Handschrift Mondseer Meisters Meinrad Guggenbichler sehr nahesteht (GUGGENBICHLER). Nicht weit von Zell an der Pram entfernt liegt die Ortschaft Pram. Neben der Pfarrkirche St. Stephanus, deren Umbau ab 1727 der Passauer Baumeister Jakob Pawanger leitete, ist Pram hauptsächlich für das hervorragende Krippenwerk von Johann Peter Schwanthaler d. Ä. aus dem Jahr 1777 bekannt. Diese siebenteilige Krippe zeigt neben den Szenen der Anbetung der Hirten und der Anbetung der hl. Drei Könige, die Beschneidung Christi, den Bethlehemitischen Kindermord, die Flucht nach Ägypten und die Hochzeit zu Kana. Die siebte Gruppe von sechs Musikanten, deren Figuren als einzige beweglich sind, wurde wahrscheinlich außer bei der Hochzeit zu Kana auch für die Anbetung der Hirten verwendet. Die Krippe befindet sich im Pfarrhof, in dem man sich auch vor einer Besichtigung anmelden sollte (Tel.: 0043 (0)7736 6234).